Landschaft bei Perugia, 1940

Landschaft bei Perugia, 1940

Das gesamte künstlerische Schaffen Max Peiffer Watenphuls ist im zweibändigen Werkverzeichnis abgebildet. Der erste Band umfasst ein vollständig illustriertes Verzeichnis der nahezu 800 Gemälde und 1400 Aquarelle. Im zweiten Band sind mehr als 1000 Zeichnungen, Emailarbeiten und Textilien, Druckgrafiken sowie Fotografien enthalten.

Beide Bände dokumentieren mit einer Auswahl von Briefen und Schriften des Künstlers die geistige Auseinandersetzung mit der Kunst und der Zeitgeschichte. Ein umfangreicher Anhang mit Biografie und Fotografien aus dem Leben Max Peiffer Watenphuls gibt weitere Informationen, ebenso wie die Verzeichnisse zu Ausstellungen und Sekundärliteratur.

Max Peiffer Watenphul. Werkverzeichnis, Bd. I, Gemälde, Aquarelle (Geleitwort Bernhard Degenhart)
Hrsg. von Grace Watenphul Pasqualucci und Alessandra Pasqualucci
27 x 35 cm, 639 Seiten, zahlreiche Farb- und SW-Abb., Leinen mit Schutzumschlag
Köln 1989

Max Peiffer Watenphul. Werkverzeichnis, Bd. II, Zeichnungen, Emailarbeiten, Textilien, Druckgrafik, Fotografie (Geleitwort Sabine Fehlemann)
Hrsg. von Grace Watenphul Pasqualucci und Alessandra Pasqualucci
27 x 35 cm, 477 Seiten, zahlreiche Farb- und SW-Abb., Leinen mit Schutzumschlag
Köln 1993


Früchte

Früchte, 1958

ALESSANDRA PASQUALUCCI in memoriam

Am »Pero«, der ihr so viel bedeutet hatte, verstarb am 23.Dezember 2017 – wenige Monate vor ihrem 80. Geburtstag – Alessandra Pasqualucci, umgeben von ihrer Familie und ihrem geliebten Hund.

Als Verfasserin des Werkverzeichnisses ihres Onkels Max Peiffer Watenphul, das ihr bleibendes Lebenswerk ist, gebührt ihr das Verdienst, den Künstler für die Nachwelt umfassend dokumentiert zu haben. In mehr als zehnjähriger Arbeit gelang es ihr mit Ausdauer und einer geradezu akribischen Lust, dessen vielfach in Museums-und Privatbesitz verstreute Arbeiten zu sichten und in eine chronologische Ordnung zu bringen. Viele Reisen waren hierzu erforderlich, was internationale Kontakte schuf und die Verbindung zu wichtigen Museumsleuten und Galeristen etwa in Berlin, Hannover, München, Salzburg, Weimar, Wuppertal und vielen anderen Orten vertiefte.

Am 5. April 1938 in Latina geboren, verbrachte Alessandra mit ihren Geschwistern Diana und Enzo die Kriegsjahre weitgehend in Thuins bei Sterzing am Brenner. Die Schulzeit im »Istituto di Sacro Cuore« in Venedig, wohin die Familie 1946 gezogen war, beendete sie mit dem Abitur, wobei ihr klassische Fächer wie Latein und Griechisch besonders gelegen haben. Im selben Jahr gelangte Max Peiffer Watenphul auf abenteuerlichen Wegen – bedingt durch die Wirren der Nachkriegszeit – in die Lagunenstadt, wo er bei seiner Schwester Grace und seinem Schwager, dem Ingenieur Enrico Pasqualucci zusammen mit den Kindern wohnen und arbeiten konnte. Alessandras Interesse für die bildende Kunst wurde durch die Nähe zu ihrem Onkel damals geweckt und auf Jahre entscheidend geprägt. 1957 / 58 zog die Familie nach Rom, wo Alessandra u.a. an der »Scuola Interpreti di Roma« Russisch studierte, was einen mehrwöchigen Aufenthalt in Moskau zur Folge hatte. In den römischen Jahren wuchs das Vertrauensverhältnis zwischen ihr und ihrem über alles verehrten Onkel, was ihr leidenschaftliches Interesse und zunehmend tieferes Verständnis für dessen Kunst beflügelte. Viele seiner Freunde lernte sie damals kennen, unternahm mit ihm gemeinsame Reisen – so z.B. nach Korfu – und besuchte sogar einen seiner berühmten Kurse an der Salzburger Sommerakademie.

Die enge persönliche und künstlerische Affinität zu diesem Maler war schließlich das Fundament, das sie befähigte, über dessen Tod hinaus jahrzehntelang die ideale Anwältin für alle Fragen zu werden, die sein Werk betrafen. Einzig ihr gebührt das Verdienst, dass Max Peiffer Watenphuls Renommé bis heute im Bewusstsein von Museen, Sammlern und Galeristen einen hohen Stellenwert behauptet. So verdanken sich die meisten Ausstellungen seit des Malers Tod im Juli 1976 ihrer Initiative, ihren Kontakten und ihrer durchaus sympathischen, charmanten Hartnäckigkeit. Wer sie näher kannte, erinnert sich gerne an ihre warmherzige Ausstrahlung, an ihren Humor und ihr verschmitztes Lachen, sowie an die nur ihr eigene, leise insistierende Beharrlichkeit, mit welcher sie zuweilen zögerliche Museumsdirektoren vom Rang und der Schönheit der Kunst ihres Onkels zu überzeugen vermochte. Hierfür scheute sie keine Mühe, trat mit Selbstbewusstsein und Ausdauer auf und kam fast immer an ihr Ziel, Max Peiffer Watenphul die verdiente Anerkennung zu verschaffen. Auch wenn ihre Kräfte in den letzten Jahren ein wenig nachließen, kann es nur als Glück empfunden werden, dass sie so lange Zeit erfolgreich ihr Anliegen verfechten konnte, einen der feinsten Aristokraten unter den deutschen Malern seiner Generation gegen alle sich verändernden Moden des Kunstbetriebs zu verteidigen und hochzuhalten.